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Handwerkliche Tiehaltung, Fleisch- und Wurstproduktion in Rietschen PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Andrea Ebermann   

Wir treffen uns 18:30 Uhr in Neuliebel bei Rietschen. Ich verlasse mich auf meinen Orientierungssinn und schalte das Navi auf der Fahrt von Görlitz nicht ein. Wären da nicht die rot-grünen Logofarben seitlich ins Blickfeld gerutscht hätte ich wohl doch eine Weile gesucht so abgelegen ist der Standort der Viereichener Rindfleisch e.G.

Doch zum vereinbarten Zeitpunkt stehen alle angemeldeten Mitglieder und Interessierte auf dem Hof, die weitesten haben sich

sogar von Dresden und Hoyerswerda aufgemacht um Einblicke in die Rinderhaltung und - verarbeitung zu erhalten.

Dr. Erwin Hackel, Vorstand der Viereichener Rindfleisch e.G. und Herr Brunsch, Geschäftsführer von dem Tochterunternehmen Viereichener Fleisch- und Wurstwaren GmbH erwarten uns und führen uns zur Begrüßung in den warmen Aufenthaltsraum. Noch zwackt die Kälte der Eisheiligen am heutigen 9. Mai draußen.

In den nächsten anderthalb Stunden wird zuerst Herr Dr. Hackel uns ca. zwanzig Teilnehmer durch die Offenstallanlage und Biogasanlage führen, danach werden sich die Türen der Schlachtung und Verarbeitung öffnen und Herr Brunsch die einzelnen Arbeitsschritte erklären.

Uns erwartet ein sehr moderner Betrieb, 2013 begannen die Planungen für die neuen Anlagen, welche nunmehr seit über einen Jahr in Nutzung sind. Die Geschichte des landwirtschaftlichen Betriebes begann jedoch schon vor 62 Jahren, der Name Viereichen erinnert an einen Ort der durch die Braunkohle weichen musste.

In den Offenstall stehen ca. 220 Mastrinder und Milchkuhfärsen, rechts die männlichen und links die weiblichen Tiere, größtenteils Charolais-Rinder, eine kräftige französische Rinderrasse. Die Kühe kalben das erste Mal unter Aufsicht im Stall, danach werden sie auf Weideflächen bis zu einem Alter von ca. 14 Jahren gehalten. Die nächsten Kälber kommen draußen zur Welt.

Der Betrieb verfügt über insgesamt 750 ha landwirtschaftliche Flächen, die restlichen, darunter 500 ha Wiesen und Weideflächen, dienen der Futtermittelproduktion für die eigenen Tiere und die Biogasanlage. Mais, Getreide und Heu werden somit selbst erzeugt.

In der Biogasanlage wird der anfallende und automatisch beräumte Mist zu Wärme, elektrischen Strom und Dünger umgewandelt. 240 KW Energie ergeben eine zusätzliche Einnahme- und wärmequelle.

Nun stehen wir hygienisch in Kittel und Kappen getarnt in der Schlachthalle. Nur die Gitterbox für die Rinder und die Kranbahnen lassen vermuten, dass hier tagsüber geschlachtet wird. Hell gefliest, sauber, groß, Fußbodenheizung und die Nähe zum Stall ergeben gute Bedingungen für Tier und Mensch. 2 bis 3 Rinder, 100% aus eigener Produktion und 25 Schweine vom Bauer Brösel aus Löbau werden hier wöchentlich geschlachtet, dazu kommt noch Wild von den Jägern.

Dann führt uns der Weg über Reif-, Kühl-, Pökel-, Räucher-, Zerlegungs- und Verarbeitungsräume.

Die Rinder werden gesamt ca. 3 Wochen abgehangen nach Slow Food Kriterien, bei der Schlachtung hat man sich aufgrund der Vermarktung für Kaltverarbeitung entschieden. Geräuchert wird mit Buchenspänen.

Ein sehr handwerklicher Betriebsablauf mit äußerst regionalem Bezug, durch Herrn Brunsch wird uns die Liebe zu seiner Arbeit vermittelt und dies wird uns beim Durchgang auch bewusst.

Im Anschluss dürfen wir uns noch in der eigenen Gastwirtschaft Bergklause in Rietschen von ausgesuchten Produkten, welche den Slowfood-Kriterien entsprechen, überzeugen. Dabei entstehen unter den Teilnehmern und mit den Gastgebern interessante Gespräche. Die Vermarktung ist eines der Themen, die Bereitschaft Geld auszugeben ist nach Erfahrung der Gastgeber in unserer Region noch nicht sehr hoch.

Unsere Empfehlung:

Fleischblutwurst, Mettwurst, Leberwurst „Hausmacher Art“, Wildleberwurst, Schmalzfleisch alle im Glas und frischer Räucherfilet entsprechen den strengen Kriterien von Slow food Deutschland und werden von Slow food Lausitz ausdrücklich empfohlen. Der Bezug kann über die Verkaufsstellen, Märkte der Handelspartner oder direkt im Internet erfolgen.

Ich persönlich werde auf alle Fälle demnächst in einer der betriebseigenen Filialen ein Stück von dem Charolais-Rind kaufen.

 

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