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Vergangenheit und Zukunft: Braunkohle und Wein - Exkursion zum Tagebau Welzow und Weingut Wolkenberg PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Dr. Andreas Kunze   

Braunkohletagebau und Weinanbau – können die etwas miteinander zu tun haben? Das zu erkunden machte sich die Regionalgruppe (Convivium) Lausitz von Slow Ffood am 9. September auf nach Welzow in Brandenburg. Treffpunkt war der alte

 

Bahnhof in Welzow, wo eine 3-stündige Exkursion mit MTW (Mannschaftstransportwagen) startete. Ein ehemaliger Braunkohlekumpel war unser Gästeführer und zeigte uns den noch aktiven Braunkohletagebau aus nächster Nähe. Zunächst standen wir am Tagebaurand und konnten in der Ferne die Abraumbagger, die Kohleförderbrücke, die Abraumförderbänder usw. sehen. Er erklärte uns, dass das Kohleflöz zwischen 8 – 12 m stark ist und ca. 60 – 90 m Abraum darüber liegen. Während der Abraum über viele Kilometer mit dem Förderband abtransportiert wird, fahren täglich 35 Kohlezüge mit je 1.000 Tonnen Kohle in das Kraftwerk Jänschwalde. Der Tagebau Welzow ist noch einer von 4 aktiven Tagebauen im Osten. 560 Kumpel arbeiten im Tagebau, ungefähr noch einmal so viele im Servicebereich. Der Tagebau selbst verbraucht 17% der gewonnenen Energie. Seine Begeisterung für die sicher beeindruckende Technik konnte nicht darüber hinweg täuschen, welche Wunden der Tagebau in die Landschaft geschlagen hat und wie riesig sein Ausmaß ist. Eine weitere Station war dann an der Förderbrücke F60, die bereits 1972 gebaut wurde, 12.000 t wiegt und die größte selbstfahrende Maschine der Welt ist. Eine ähnliche, die aber nicht mehr in Betrieb ging, ist in Klettwitz zu besichtigen.

Und dann ging es auf die Sohle des Tagebaus in die Nähe des Eimerkettenbaggers, der mit riesigen Schaufeln in das Kohleflöz biss. Gegen diesen Koloss kommt man sich ganz winzig vor. Anschließend fuhren wir an rekultivierten Flächen vorbei, die bereits mit landwirtschaftlichen Kulturen bebaut werden. Ca. 7 Jahre werden diese Flächen vom Bergbaubetreiber rekultiviert und dann an die Nutzer übergeben. Damit ist die Rekultivierung aber immer noch nicht abgeschlossen. Und nun kam das Highlight. Um zu demonstrieren, dass auf ehemaligen Kippenflächen auch Wein gedeihen kann, wurde Anfang 2000 von Vattenfall ein Pilotprojekt mit der BTU Cottbus geplant und ein Weinberg angelegt. Da an dieser Stelle das Dorf Wolkenberg lag, das auch der Kohle weichen musste, wurde der Weinberg danach benannt. Heute gedeihen hier auf 6 ha 26.000 verschiedene weiße und rote Rebstöcke. Das wollten wir uns näher ansehen und fuhren nach der Exkursion zur Winzerin, die hier seit einigen Jahren arbeitet. Während einer Fahrt mit einem kleinen Trecker mit Anhänger erzählte uns Frau Muthmann die Geschichte dieser Anlage. Mit Unterstützung des Meißner Winzers Martin Schwarz hat sie es geschafft, tolle Weine zu kreieren, die eine Besonderheit darstellen. Wir kosteten 4 Weißweine(Roten Riesling, Schönburger, Grauweiß – Cuvee aus Grau – und Weißburgunder und Kernling) und zwei Rotweine(Cuvee Barbara, Cabernet Dorsa) und konnten uns so von der Qualität ihrer Arbeit überzeugen. Schinken und Wurst von der Viereichener Wurstwaren sowie diverse Käse schufen eine gute Grundlage für Gespräche um Wein und Weinanbau. Drei Stunden in dem kleinen Weinberghäuschen vergingen wie im Fluge. Unser Ausflug in den Norden brachte viele neue, ja einmalige Eindrücke über eine geschundene Landschaft und Bemühungen der Rekultivierung. Da es nun andere Möglichkeiten der Energiegewinnung gibt, sollte nicht noch mehr 400 Jahre altes Siedlungsland für historisch kurze Zeit entzogen werden.

 

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